Die Wildkatzen bei der Greifvogelpflegestation in Bad-Friedrichshall

Was haben die Waldkäuze, Mäusebussards, Rotmilane, Falken, Habichte, Uhus und Eulen gemeinsam? 

Alle sind kranke und verletzte Patienten bei der Greifvogelpflegestation des NABU in Bad-Friedrichshall, die wir am Samstag zusammen mit den Eberstädter Wildkatzen besuchten. Die Pflegestation wurde vor mehr als 40 Jahren von Helmut Weber in seinem Privathaus errichtet. Weil der Bedarf immer größer wurde, bauten die NABU-Aktiven 1988 das aktuelle Gebäude mit Volieren und später sogar eine Quarantänestation, als die Vogelgrippe sich stark verbreitete. Susi und ihr Mann führten uns durch die ganze Station und wir konnten einen Einblick in das tägliche Leben gewinnen. Dort werden ausschließlich kranke, verletzte, abgemagerte Greifvögel und Eulen zur Pflege aufgenommen. Die meisten Fälle sind Opfer von Autounfällen. Zurzeit befinden sich ca. 130 Vögel in der Station. Die Länge ihres Aufenthalts hängt von der Art ihrer Verletzungen ab: manche bleiben ein paar Wochen, andere mehrere Monate und es gibt sogar Vögel, die die Station nie mehr verlassen werden, wie z.B. einäugige Uhus oder Vögel deren Flügel stark beschädigt wurden. Eine der größeren Schwierigkeiten ist die Fütterung der neuen Patienten: In der Natur fressen die Greifvögel und Eule fast ausschließlich lebendige Kleintiere. Das Gesetz verbietet die Fütterung lebendiger Tiere, so dass die Vögel auf tote Eintagsküken umgestellt werden müssen. Keine leichte Aufgabe! Gefährlich kann es auch werden: ein Mäusebussard zu füttern und zu pflegen z.B., ist kein Kinderspiel. Die Arbeit ist intensiv und oft unangenehm wegen dem starken Geruch und dem vom Vogelkot verursachten Schmutz, der ständig beseitigt werden muss. Um die 15 Stunden Arbeit am Tag –manchmal mehr- müssen die Ehrenamtliche NABU-Aktive leisten. Wenn die Vögel sich erholt haben und kurz vor Ihrer Entlassung stehen, kommen sie ein paar Tage in die Freiflugvoliere. Es ist ein Art Rehabilitationsgebäude. Durch das Freifliegen bauen sich die Muskeln wieder. Diese Voliere dient als letzte Beobachtungsetappe, um sicher zu gehen, dass die Vögel wirklich in der Natur die Chance aufs Überleben haben. Wenn man den immensen Beitrag dieser Naturliebenden Menschen –wie Susi und ihr Mann- sieht, zollt man großen Respekt. Beeindruckend sind diese Personen, die aus Liebe zur Natur und zu den Tieren bereit sind, ihre Freizeit zu opfern.



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